Hermann Hesse: Siddhartha
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Inhalt

Lebenslauf
Auszeichnungen
Werke
Spätwerke
Der Buddismus
Hermann Hesse, Sohn eines Baltendeutschen Missionars und der Tochter eines Indologen, wurde am 2. Juli 1877 in Calw / Württemberg geboren. 1890 schlug er auf Wunsch seines Vaters die Theologenlaufbahn ein und besuchte die Lateinschule in Göppingen. Im darauffolgenden Jahr floh er aus dem evangelischen Seminar und wechselte ständig seinen Beruf: Buchhändlerlehrling, Mechanikerlehrling, Antiquar,... 1903 gelingt Hesse der Durchbruch mit "Peter Camenzind". 1904 wird er freier Schriftsteller in Gaienhofen am Bodensee und heiratet Maria Bernoulli. Zwischen 1910 und 1912 unternimmt er viele Reisen, u.a. nach Italien, Österreich und Indien. 1919 zieht er nach Montagnola in die Schweiz. Im Winter beginnt Hesse "Siddhartha" zu schreiben. Die Arbeit gerät jedoch ins Stocken, da Hesse feststellt, daß "es unsinnig ist, etwas schreiben zu wollen, was man nicht gelebt hat". 1922 veranlaßt eine antijüdische Hetzschrift, daß er zu dem aufflammenden Antisemitismus Stellung bezieht. Er schreibt unter anderem: "Daß man aber eine Menschenklasse schlechthin für das Übel in der Welt, und für die tausend schlimmen Sünden und Bequemheiten des eigenen, deutschen Volkes als Sündenbock aufstellt, ist Entartung so schlimmer Art, daß ihr Schaden, den der je durch Juden geschehen sein mag, zehnfach aufwiegt." 1923 wird er Schweizer Staatsbürger, da Deutschland dieselben Fehler des Antisemitismus erneut begeht, ohne das mindeste gelernt zu haben. Kurz darauf wird er geschieden und ist noch zwei weitere male unglücklich verheiratet. Hesse stirbt am 9. August 1962.
 

Auf der Suche nach Weisheit verläßt der junge Brahmane Siddhartha mit seinem Gefährten Govinda das elterliche Heim, um sich einer Gruppe von Wandermönchen anzuschließen. Von ihnen lernt er die Meditation, das Fasten, die Entsagung, doch die Erleuchtung erlangt er nicht. So sucht er schließlich Gautama Buddha auf, nur um zu erfahren, daß die Weisheit nicht gelehrt und mit Worten vermittelt werden kann. Ernüchtert stürzt er sich nun in weltliche Freuden, wird ein erfolgreicher Kaufmann und nimmt sich die schöne Kurtisane Kamala zur Geliebten. Doch auch der Wohlstand kann seine seelische Leere nicht aufheben, und so begibt er sich erneut auf die Suche. An der Seite eines alten Fährmanns findet er am Ufer eines Flusses den Schlüssel zu Erkenntnissen wie dieser: "Weich ist stärker als hart, Wasser stärker als Fels, Liebe stärker als Gewalt." Darüber wird er selbst zu Buddha und findet die Identität mit seinem Namen Siddhartha, als "Einer, der sein Ziel erreicht hat".
 

"Siddhartha" war für Hesse der Versuch, seinen Glauben in einem Buch niederzulegen. Es ist nicht die Schilderung eines Einzelschicksals, sondern der Weg der Menschwerdung des Menschen. Dies ist auch die Bedeutung des altindischen Namens, der besagt: "einer, der sein Ziel erreicht hat". "Der Weg führt aus der Unschuld in die Schuld, aus der Schuld in die Verzweiflung, aus der Verzweiflung entweder zur Erlösung oder zum Untergang"
 
 

Siddhartha          weltl. Name des Gautama Buddha (560 - 480 v.Chr.)
Brahma               ursprünglich indischer Urgott, heute die Priester der hinduistischen Götter
Brahmanismus     indische Religion im Übergang zwischen wedischer Religion und Hinduismus
Kurtisane            früher Hofdame, geliebte an Fürstenhöfen
 
 

Lebenslauf Hermann Hesse


1877 2. Juli geb. in Calw/Württemberg

1890 Lateinschule in Göppingen (Zensuren nach Guter Schüler)

1891 Theologenlaufbahn auf Wunsch des Vaters - Ein Jahr später Flucht aus dem Theologischen Seminar

         Ständiges wechseln der Berufe - Buchhändler, Mechaniker, Antiquar, etc.

1895 - 1899 Buchhändlergeselle

1896 Erste Veröffentlichung im Deutschen Dichterheim

1898 Erste selbständige Veröffentlichung des Buches "Romantische Lieder" 600 Exemplare

1899 Umzug nach Basel, weil Heimat von Nietzsche (Philosoph) und Böcklin (Schweizer Maler)

1903 Durchbruch mit Peter Camenzind

1904 Umzug zum Bodensee, Hochzeit mit Maria Bernoulli - Hermann Hesse wird freier Schriftsteller

1910 - 1912 zahlreiche Reisen u.a. Schweiz, Italien und Indien

bis 1912 erscheinen Zahlreicher weiterer Werke

1918 Scheidung

1919 Neuanfang in Montagnola bei Tessin

1920 Klingsors letzter Sommer

1922 Siddharta (es ist unsinnig über etwas zu schreiben , was man nicht gelebt hat)

1923 Hesse wird Schweizer Staatsbürger

1930 Narziß und Goldmund

1946 bekommt Hesse den Nobelpreis für Literatur
 

Hesse stirbt am 9. Aug. 1962 im Alter von 85 Jahren.


 

Auszeichnungen:
 

Frühwerke: (meist von romantischer Art)

  • "Peter Camenzind" (1904)
  • "Unterm Rad" (1906)
  • "Aus Indien" (1913)
  • "Roßhalde" (1914)
  • "Knulp" (1915)
  • Werke: (meist von nachdenklicher, analysierender Art)

    Spätwerke: (Harmonisierung Hesses östlicher & westlicher Gedanken)

    Der Buddhismus

    Der Buddhismus hat seinen Namen nach seinem Stifter, Siddharta Gautama, der den Ehrentitel Buddha - der erleuchtete. Siddharta stammt aus einer Reichen Hinduistischen Adelsfamilie. Um Mit etwa 30 Jahren, also um 530 v. Chr., verließ er seine Heimat und Familie, um als Bettelasket geistige Erleuchtung zu erreichen. Jedoch ohne Erfolg. Daraufhin wandte er sich von der gewaltsamen Askese ab, um in der Meditation, sich von innen her von der Welt zu lösen. Am Ende dieses Weges ereignete sich in der Heiligen Nacht des Buddhismus die Erleuchtung, durch die er zum Buddha wurde.

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