Tabak
erarbeitet vom Religionskurs der Fachoberschulen 1998


 
 
 
 

Definition, Geschichte

Die Tabakpflanze stammt aus Mittelamerika. In indianischen Gesellschaften wurden die Blätter der Tabakpflanze in rituellem Rahmen konsumiert. Sie wurden geraucht (Rauchopfer) oder gekaut. Nach Europa kam die Tabakpflanze im 18. Jh. durch die spanischen und portugiesischen Kolonisatoren Lateinamerikas. 1m 18, Jh. überwog die Tabakspfeife, im 19. Jh. wurde die Zigarre das Symbol des (männlichen) Bürgers, im 20. Jh. herrscht die Form der Zigarette vor. Tabakrauch enthält neben anderen Stoffen v.a. Nikotin, Kohlenmonoxid und Teer.
 

Soziologische Beobachtungen

Tabak ist ein bedeutender ökonomischer Faktor. Versuche, das Tabakrauchen zu verbieten, sind bisher immer gescheitert. Gemeinsames Tabakrauchen wird von vielen Menschen als Symbol der Geselligkeit angesehen. Für Jugendliche markiert das Tabakrauchen oft den Übergang zur Erwachsenenwelt. In Deutschland raucht ca. 36 % der erwachsenen Bevölkerung regelmäßig, wobei insgesamt der Anteil der Männer überwiegt. In der jüngeren Generation gleichen sich die Werte der Geschlechter an. Tabak ist in den meisten Gesellschaften die Droge, die am stärksten akzeptiert wird. In jüngerer Zeit gibt es aber auch eine Gegenbewegung, die sich im teilweisen Werbeverbot und in örtlich begrenzten Rauch verboten niederschlägt.
 

Wirkung

Das Nikotin ist ein starkes Gift. Mit jeder Zigarette wird etwa 1 Gramm aufgenommen. 50 Gramm wirken tödlich. Zusammen mit anderen Wirkstoffen im Tabak bewirkt es eine Verengung der Blutgefäße und eine Erhöhung des Blutdruckes. Im Körper wird Nikotin sehr schnell abgebaut (Halbwertzeit 20 Minuten), so daß für den starken Raucher nicht der Lustgewinn, sondern das Vermeiden von Unlust bei sinkendem Nikotinspiegel entscheidend ist. Das inhalierte Nikotin wirkt sehr schnell und sehr massiv auf das Gehirn, so daß die plötzliche körperliche Wirkung am ehesten mit der Injektion von Heroin zu vergleichen ist.
 

Formen der Abhängigkeit

Nikotin führt zwar zu körperlicher Abhängigkeit, jedoch steht diese nicht im Mittelpunkt der Abhängigkeit vom Rauchen. Zentral ist die Kopplung von Tabakrauchen mit Alltagshandlungen, durch die das Rauchen zum unverzichtbaren Ritual wird. Die Zufuhr von Nikotin ist dabei zwar notwendig, aber reicht allein zur Befriedigung des Suchtverhaltens nicht aus. Die körperliche Wirkung des Nikotins wird beim Raucher eng mit dem Alltagsritual des Rauchens und der dadurch hervorgerufenen psychischen Wirkungen verbunden. Deshalb wird Nikotin nur in seltenen Fällen auf anderem Wege als durch Rauchen eingenommen.
 

Gesundheitsrisiken

Die Risiken im Hinblick auf Herz- Kreislauferkrankungen und Krebserkrankungen sind extrem hoch. Sie gelten auch für "Passivraucher". Bei den Herz- Kreislauferkrankungen sind Nikotin und Kohlenmonoxid Hauptverursacher, bei den Krebserkrankungen die Teerstoffe.
 

Therapie

Der selbständige Ausstieg ist möglich. Dabei spielt die körperliche Abhängigkeit eine Nebenrolle. Eine spezielle Therapie besteht nicht, da Tabakkonsum gesellschaftlich nicht als Abweichung betrachtet wird.